| bluesnews Magazin - Fachzeitschrift für Blues, Bluesrock und Bluesverwandtes - Seit 1995. |
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| Juli 2009 |
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Ace Records kündigt eine CD von Al "Cake" Wichard an, auf der neben den eigenen raren 40er-Jahre-Modern-Titeln des R&B-Schlagzeugers und -Bandleaders auch die bislang noch nicht auf Ace wiederveröffentlichten Modern-Tracks von Jimmy Witherspoon enthalten sein werden. Ob es eine detaillierte Rezension davon auf diesen Seiten gibt, scheint fraglich, da Ace neuerdings unsere Anfragen ignoriert... Da ansonsten aus dem traditionellen Bereich nichts weiter zu berichten ist (das gefürchtete Reissue-Sommerloch...), hier noch eine Ausgabe der beliebten Kolumne AUF WIEDERHÖREN, in der es heute um Eddie Kirkland geht und um ein Album, das hier eigentlich gar nichts zu suchen hat, denn es ist eher dem modernen Blues zuzuordnen und auch erst 4 Jahre alt. Doch ich finde die CD äußerst bemerkenswert, weil hier auf sehr spannende Weise die rhythmusbetonte, traditionelle, fast schon primitive Musik Kirklands mit modernen Elementen gespickt wird, die nie im Weg stehen, sondern einzig dazu dienen, den von Kirkland vorgegebenen Groove zu unterstützen. Das ist modern, aber funky, das klingt up-to-date, ist aber auch voll in der Tradition verwurzelt. Hinzu kommen ein paar schöne Songideen und i-Tüpfelchen wie die zweite Stimme auf "Make Love To Your Brain". Mir hat diese CD erstaunlich gut gefallen, und wer für das moderne Aufpeppen klassischer Strukturen was übrig hat, sollte hier mal reinhören. Am Ende gibt es noch ein akustisches Farewell an John Lee Hooker. Schade nur, dass die von Chris McDermott produzierte CD nicht auf Fat Possum erschienen ist, was deren Katalog aufgewertet, ins Programm gepasst und der CD weltweiten Vertrieb gesichert hätte. So muss man sich die Scheibe bei www.cdbaby.com (wo man in jeden Titel reinhören kann) oder z. B. bei amazon besorgen. |
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| Juni 2009 |
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Noch ein neuer Name - jedenfalls in puncto traditioneller Blues - ist Floating World Records, ebenfalls aus England. Die haben ein paar interessante Reissues veröffentlicht, darunter die exzellente Antone's-CD "Blues Stop Knockin'" von Lazy Lester mit 7 Bonustracks seiner nicht minder hörenswerten "All Over You"-CD. Ebenfalls ursprünglich auf Antone's waren die CDs "Juke Box Music" und "The Last Real Texas Bluesband" von Doug Sahm, die Floating World als Doppel-CD neu aufgelegt hat. (Apropos Doug Sahm: Auf Vanguard ist gerade eine Tribute-CD ("Keep Your Soul") an den vor 10 Jahren verstorbenen Texaner erschienen, auf der Leute wie Los Lobos, Jimmie Vaughan, Delbert McClinton, Flaco Jimenez u.a. zu hören sind.) Auf ihrem Unterlabel Retroworld widmet sich Floating World Records mit der Doppel-CD "Buddy Guy, Otis Rush & Magic Sam: Snakebite" den legendären Cobra-Aufnahmen der Chicago Westside Gitarristen, die in keiner Sammlung fehlen dürfen. Ebenfalls auf Retroworld gibt es eine Reissue der exzellenten Antone's CDs "Tigerman" und "That's Life" von Kim Wilson sowie der "Mighty Long Time"-CD von James Cotton (mit Bonustrack). Aller guten Dinge sind bekanntlich drei: Ein britisches Label namens Broadside beginnt mit der CD-Wiederveröffentlichung von LPs, die in den 70er/80erJahren auf Red Lightnin' erschienen waren. Besonders interessant ist hierbei die Reissue der Zusammenstellung "When Girls Do It", auf der ein Haufen heißer R&B und Down Home Blues drauf ist, allen voran der Titelsong von Bobby "Guitar" Bennett mit abgedrehtem Text und Killer-Gitarrensolo. Während wir uns alle auf die baldige Veröffentlichung der Freddie King Box freuen (siehe Plattenecke April), kündigt Bear Family die Fortsetzung seiner "Sweet Soul Music"-Reihe an. Zum 1. September erscheinen fünf CDs, auf denen jeweils die Soulklassiker der Jahre 1966 bis 1970 enthalten sind - zwischen 24 und 30 Titel pro Jahr in bestem Sound und mit umfangreichen 76- bis 96-seitigen Booklets. Zeitgleich erscheint unter dem Titel "Look Out! We Got Soul... Sweet Soul Music" ein Sampler mit je einem Track der dann 10 CDs umfassenden Serie als Appetithappen zum absoluten Niedrigpreis. Freunde des traditionellen Chicago-Blues sollten sich die neue CD "All Original" von John Primer vormerken. Billy Flynn dagegen schlägt auf seiner neuen Doppel-CD "Blues Drive", mit Gastsänger und -harper Kim Wilson, auch ungewohnt moderne Chicago-Bluestöne an. |
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| Mai 2009 |
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Eigentlich wollte ich ja regelmäßig in meiner Kolumne auf ältere CDs hinweisen, die nicht so recht die Beachtung gefunden haben, die sie verdienen. Heute ist es endlich wieder so weit, und zwar mit einer Empfehlung für Freunde des bluesig-jazzigen, aber auch honkenden Tenorsaxofons (und für Gatemouth-Brown-Fans). Das französische Black & Blue-Label hat ja in den 70er und frühen 80er Jahren sehr viele Aufnahmen mit tourenden Jazzern und Bluesern gemacht. Ähnlich wie bei Wolf Records lohnt sich bei Black & Blue der Kauf von CD-Reissues nicht nur wegen der Bonus-Tracks, sondern auch, weil der Sound oftmals wesentlich besser ist als auf den alten LPs. Eine CD-Reissue-Serie des Labels nennt sich "The Definitive Black & Blue Sessions" und neben vielen bekannten Blues- und Jazznamen findet sich darin eine CD von Candy Johnson, die klasse klingt und im Unterschied zur LP von 1973 um einen bislang unveröffentlichten Titel und drei bislang unveröffentlichte alternative Takes erweitert wurde. Johnson machte schon 1953 eine Single für Swing Time, wurde aber erst 1958 bekannter, als er in der Band des Organisten Bill Doggett einstieg und zeitweise Clifford Scott ersetzte, aber bis Ende 1960 auch gemeinsam mit Scott auf Doggett-Platten zu hören war. 1962 machte Johnson drei Singles auf seinem eigenen Canjo-Label und tauchte dann erst wieder in den 70ern auf Black & Blue auf, wo er auch Helen Humes, Jay McShann und Arnett Cobb begleitete. Auf seiner eigenen, sehr bluesigen LP/CD "Candy's Mood", um die es hier geht und die ca. zur Hälfte aus R&B-Instrumentals und Jazzstandards besteht, wurde er von Milt Buckner an der Orgel, Michael Silva am Schlagzeug - und Clarence "Gatemouth" Brown an der Gitarre unterstützt. Johnsons exquisites, honkendes Tenorsax ist schon eine Wonne, aber Gatemouth ist das i-Tüpfelchen. Gate wurde zwar schon mit heißerem Sound eingefangen, aber was er hier für Läufe spielt, ist zum Teil erste Sahne und gehört zum Besten, was er im Jazzbereich aufgenommen hat - und den liebte er ja laut eigenen Angaben mehr als den drögen alten Blues. Wer jetzt immer noch weiterliest, dem kann ich noch eine weitere Tenorsax-CD aus dieser Serie ans Herz und Ohr legen: "A Little Blue" von John Hardee. Dessen Arbeit mit Tiny Grimes und anderen R&Blern sowie seine eigenen Aufnahmen für Blue Note und Savoy aus den 40er/50er Jahren (aktuell auf der Ocium-CD "Hardee's Partee" zusammengestellt) sind Klassiker, aber danach verlegte sich Hardee aufs Unterrichten und tauchte nur noch einmal aus der Versenkung auf: 1975 für eine Frankreich-Tournee, auf der Material für eine LP aufgenommen wurde, das jedoch erstmals 1999 auf dieser CD erschien. Hier wird fast ausschließlich instrumentaler Blues gespielt, die Begleitung mit Gerald Wiggins am Klavier ist solide und die Soli vom meiner Meinung nach arg überschätzten Gene "Mighty Flea" Conners an der Posaune sind langweilig, aber Hardee spielt majestätisch schön mit vollem, rundem Ton und großem Ideenreichtum. |
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INFO
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Klaus Kilian berichtet zeitnah und exklusiv für bluesnews über neue Veröffentlichungen und gibt Empfehlungen aus seinen Spezialgebieten traditioneller Blues und bluesiger Jazz. Diskografische oder sonstige Anfragen aus diesen Bereichen werden gern beantwortet. E-Mail: > Kilian@blues-news.de < |
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